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Skippertraining Ijsselmeer

Stefan on board

Wie läuft eigentlich ein  SAILACTIVE Skippertraining auf dem Ijsselmeer ab?
Stefan war Skipper ab Lemmer im Oktober 2019.


Freitag: Heute sind wir gut durch den Feierabendverkehr gekommen und treffen pünktlich um 17:00 h auf der Charterbasis in Lemmer ein. Sofort geht es an Bord, wo wir unsere Tasche und die überschaubaren Einkäufe für zwei Tage verstauen.
Den Check-in der Charteryacht machen wir sofort im Team, ein Skippertraining soll ja in den meisten Fällen auf eine eigenverantworliche Charter vorbereiten. Wir sind voller Tatendrang und möchten noch am gleichen Abend in den Stadthafen von Lemmer verholen, wozu die alte Seeschleuse passiert werden muss. Dort angekommen müssen wir leider feststellen, dass diese außerhalb der Saison um diese Uhrzeit schon geschlossen hat. Macht nichts - am Wartesteiger davor kann man hervorragend Anlegemanöver üben, auch wenn es bereits dunkel ist. Gegen 20:00 h liegen wir wieder in der Box und anschließend wartet Lemmers wohl bekannteste Pizzeria auf uns.

Samstag: Die Wetterausichten für dieses Wochenende waren seid einigen Tagen bereits sehr bescheiden, also muss jede brauchbare Stunde genutzt werden. Demnach sind wir um 09:00 klar zum Auslaufen. Trotzdem nehmen wir uns die Zeit, die verschiedensten Winkel des Hafenbeckens unter Motor zu erkunden, wobei jeder Teilnehmer ein erstes Steuergefühl für die Yacht bekommt. Rückwärts in die Boxengasse, Drehen auf engem Raum, oder auch einfach mal bis in den Travellift fahren - so lernt man manövrieren.


Um 11:00 sind wir dann auf dem IJsselmeer für ein kleines Segeltraining. Es bläst ordentlich mit 6 Windstärken, aber wir finden bald die richtige Segelkombination aus gerefftem Groß- und Vorsegel. Nach einigen Wenden und Halsen entscheiden wir spontan, doch bis Stavoren zu segeln. Wir müssen einige Kreuzschläge machen, kommen aber gut voran bei ordentlich Welle und Schräglage. Kurz vor Stavoren erreicht uns die erste heftige Regenschauer. Im Niederschlag geht die Sicht soweit zurück, dass wir kurzfristig keine Landsicht mehr haben. Im Anschluss kommt die Sonne zurück und sorgt für ein eindrucksvolles Farbenspiel mit leuchtend grünem Ijsselmeerwasser vor Pechschwarzer Wolkenkulisse. Wir laufen in den Schleusenvorhafen ein, in dem mächtig Schwell steht. Kurz danach geht es in die Schleuse. Noch nie gemacht? - Fahrt einfach ein ganz normales Anlegemanöver. Der Bootshaken hilft beim Überlegen der Leinen.

Nach soviel Aktion brauchen wir erst mal eine Stärkung und verholen in den Binnenhafen. Nach dem obligatorischen Besuch der Fischbude wollen wir hier ausgiebig Anlegemanöver trainieren: Längsseits anlegen mit auf- und ablandigem Wind, Eindampfen in die Spring, Rückwärts einparken "römisch-katholisch", vorwärts in die Box. Alles ist hier möglich, der Hafen zu dieser Jahreszeit fast leer. Dass es zwischendurch immer wieder in Strömen regnet, merken wir in unserem Ölzeug gar nicht so richtig. Danach kommt auch wieder die Sonne raus. Ganz besonders wichtig bei allen Manöver sind natürlich die Leinen - welche Leine kann uns wo helfen, um z.B. die Yacht gegen den Wind zu verholen?
Gegen 17:00 h legen wir endgültig wieder ab, um mit Einbruch der Dunkelheit im beschaulichen Städtchen Heeg einzulaufen. Dorthin geht es unter Segeln durch die friesische Seenplatte. Bei immer noch frischem Wind ergeben sich erneut genug Betätigungsfelder für meine beiden Schüler: Segel setzen und vor der nächsten Brücke schnell wieder bergen, Tonnen in der Karte verfolgen und Kurs halten in den oft engen Fahrwassern. In Heeg wählen wir den Liegeplatz so, dass der Bug in die für die Nacht und den nächsten Morgen vorhergesagte Windrichtung zeigt. Sieht jetzt zwar komisch aus, macht aber Sinn. Schon zum Abendessen im Dorf kommen wir nur in komplettem Ölzeug, aber das haben wir ja eh schon an. Währenddessen läuft die Dieselheizung und trocknet unsere Klamotten und die Kajüte hervorragend.

Sonntag: An den heutigen Tag hatten wir keine großen Erwartungen, was das Wetter betrifft. Und die vorhergesagten 13 Stunden Regen scheinen auch zu stimmen. Egal - rein ins Ölzeug und weiter durch die Kanäle zurück nach Lemmer. Anfangs noch unter Vorsegel, später gegenan mit Maschine. In Lemmer fahren wir zum Abschluss durch die Altstadt - 3 Brücken, eine Schleuse und eine Tankstelle geben uns nochmal die Möglichkeit, das ein oder andere Anlegemanöver zu trainieren. Angesichts der Wolkenbrüche erlauben wir uns heute ein etwas früheres Ende und sitzen gegen 15:00 wieder im Auto.
 
Fazit der Teilnehmer: Unglaublich, was man an nur 1,5 Tagen an Bord alles erleben kann und wie viele Manöver wir gefahren sind. Wir haben viel gelernt, nicht zuletzt auch durch die windigen und unkomfortablen Wetterverhältnisse.

HIER geht's zum Skippertraining.

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